Schlussapplaus für Cani und Erica Vanal

cani vanalRegelmässige Besucherinnen  und Besucher vom Theater Einhorn kannten ihn: Cani Vanal, mit seinem freundlichen Blick aus wachen Augen und der bis ins hohe Alter deutlichen Körpersprache eine sehr gern gesehene Bühnenfigur. Nun sind Cani und seine Frau Erica, die regelmässig an der Kasse des Theaters Einhorn das Publikum freundlich empfing, leider verstorben. – Für das Theater Einhorn ein echter Verlust: für die Bühne, vor allem jedoch menschlich für die Gruppe. Cani war oft in kleineren, aber eindrucksvollen Rollen zu sehen. Sei es als Postbote Alfons Wirz in «Perfäkt aagleit», als Patient Franz Felix in «Alles uf Chrankeschii», als älterer Spartaner in «Lysistrate», als Gerichtsdiener in «Die 12 Geschworenen» oder als Italiener Colona in «Hinter den sieben Gleisen», Cani hat seine Auftritte auf der Theaterbühne immer genossen – und das Publikum auch.

Der Weg zum gelungenen Bühnenauftritt war hin und wieder eine Herausforderung, wie sich einige der Einhörner sicher erinnern. Mittlerweise legendär im Theater Einhorn ist die «Turnerchränzli-Probe». Im Stück «Perfäkt aagleit» gab es eine Szene, in welcher Cani als Alfons Wirz mit Tambourin das Turnerchränzli auf dem Dorfe leitete. Am Probewochenende im appenzellerischen Urnäsch wurde diese kurze Szene scheinbar endlos geprobt, wieder und wieder. Irgendwie wollte es einfach nicht klappen mit dem Rhythmus des Tambourins. Die Spieler, die als Turner mehr oder weniger im Gleichschritt zu marschieren hatten und sich mit Liegestützen abquälten, mussten viel Ausdauer beweisen und waren Cani’s etwas holprigem Rhythmusgefühl ausgeliefert. Ein paar Wochen später jedoch, an der Hauptprobe mit Publikum und an allen Vorstellungen im Hechtsaal, klappte der Turnerchränzli-Auftritt dann perfekt. Sobald Publikum anwesend war, gingen Cani’s Auftritte fast immer reibungslos über die Bühne. Eine der wunderbaren und erstaunlichen Eigenschaften von Cani.

Seine wohl eindrücklichste Rolle im Theater Einhorn hatte Cani als «Eff Eff» im Stück «Uuftritt und Abgäng». Er spielte den älteren Filmschauspieler Frank Fisher, der nach einer erfolgreichen Karriere in Hollywood nach Dübendorf zurückkehrt und dort Regie in einem Jubiläumsfestspiel führt. Während der Probearbeit wird Eff Eff mehrmals vom «Weissen Chauffeur» aufgesucht, der ihm zu verstehen gibt, dass er nicht mehr lange zu leben habe. Am Ende von «Uuftritt und Abgäng» wird Eff Eff vom Weissen Chauffeur zu sich geholt – das Theaterstück endet mit der Todesnachricht von Hollywood-Legende Frank Fisher.

Rund zehn Jahre nach diesem Theaterstück hat nun der Weisse Chauffeur auch im realen Leben Cani und Erica Vanal zu sich geholt. Cani und seine Frau Erica, welche sicher mitgeholfen hat, dass sich Cani auf seine Rollen konzentrieren konnte, werden dem Theater Einhorn in bester Erinnerung bleiben. Auch wenn sie es selber nicht mehr miterleben dürfen, haben die beiden für ihr Engagement beim Theater Einhorn einen kräftigen und herzlichen Schlussapplaus verdient.

Theater Einhorn Dübendorf